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AUFZEICHNUNGEN ZUR ZEIT

Es ist eine finstere Zeit (ohne jede Tragik)
Triptychon, Erstes Bild


Alles hat sich in Krieg verwandelt. Die Landwirtschaft, die Viehzucht, unsere Beziehung zur Natur, zum Lebendigen, die Politik, die Arbeit, die Konkurrenz. Diese Denkmuster lassen sich nicht einfach abschaffen, sie sind so tief in uns verankert, dass selbst die, die die Herrschaft anprangern, sie fortsetzen.
Corine Pelluchon


I

TRAGÖDIE DER MENSCHHEIT?

Wir sind am Boden der Zivilisation angekommen.
Es ist eine finstere Zeit, die nicht einmal mehr die Tragödie zulässt.

Eine menschliche Tragödie ist nicht mehr möglich.
Das menschlich Tragische braucht einen Fall (nach unten).

Ein solcher Fall aber ist gegenwärtig nicht mehr möglich.
Wir sind am Boden der Zivilisation angekommen.

II

DER FALL DER ZIVILISATION?

Der nächste Bruch ist nichts anderes denn der Einbruch.
Der Einbruch der dünnen Decke der Zivilisation (der Menschlichkeit).

Der Brechen aller Dämme von Aufklärung, Kritik und Emanzipation.
Der Einbruch der Barbarei mitten in die (bürgerliche) Zivilisation.

Der nächste Fall ist kein tragischer, er ist das Fallen selbst.
Das Fallen in den bodenlosen, in den finstersten Abgrund.


III

UND DAS KOMMENDE?

Wir können nicht sagen, wir seien nicht gewarnt worden.
Wir können nicht sagen, wir wussten von nichts.
Der Sieg der Reaktionären ist seit mehr als vierzig Jahren vor aller Augen auf dem Weg.
Der Sieg der Unmenschlichkeit hat politische Gesichter und kapitale Geschichte.

Das Licht am Ende des Tunnels ist das Echo von Albert Speers Lichtdom aus Flakscheinwerfern.
Sie künden vom kommenden Lärm der allgegenwärtig allgewaltigen Krisen, Katastrophen und Kriege.

Sie künden von der von ach so vielen erwählten Wiederkehr des Vergangenen und Toten!
Sie künden von der allgewaltigen Wiederkehr der Ära der Ungeheuer!


Armin [Anders]


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